Stigmatisierung


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Viele Erwerbslose erleben ihren Zustand als entwürdigend. Sie haben das Gefühl, weniger wert zu sein. Das liegt daran, daß der Wert eines Menschen über Beschäftigung und Lohnarbeit definiert ist. Das Gefühl, weniger wert zu sein, wird darüber hinaus durch die Abhängigkeit von Bürokratien und durch die sogenannte Mißbrauchsdebatte zementiert. Als Gerhard Schröder sagte: "Es gibt kein Recht auf Faulheit" trat er eine Debatte los. Dieser Drückebergerdiskurs ist allerdings alt, es gibt ihn seit der Massenarbeitslosigkeit in der BRD. Zum Beispiel der Drückeberger des Norbert Blüm 1983: "Aber ist es nicht eine moderne Form von Ausbeutung, sich unter den Palmen Balis in der Hängematte zu sonnen, alternativ vor sich hin zu leben im Wissen, daß eine Sozialhilfe von Arbeitergroschen finanziert, im Notfall für Lebensunterhalt zur Verfügung steht ?" Es wird versucht, Arbeitslose in "echte" und "unechte" zu unterteilen. Dabei gibt es bei den "unechten" Erwerbslosen 3 Typen der Argumentationsweise.