Aktuelles

Umbrüche in der Arbeitswelt und die Zukunft des Sozialstaates
im Mehringhof, Gneisenaustr.2a, U-Bhf. Mehringdamm
 
18./19. März: Was tun, wenn ich kein Geld habe...- und zur Lebensmittelausgabe muß?
Freitag 19 Uhr
Diskussionsveranstaltung mit Stefan Selke: Grenzen der guten Tat - Kritik der Tafeln
1963 gab es die erste Tafel in den USA, 1993 wurde die erste in Berlin gegründet. Inzwischen existieren fast 900 Tafeln in Deutschland, die von einer Millionen Menschen genutzt werden. Stefan Selke hat die Tafeln in Deutschland untersucht und kommt zu folgendem Urteil: Die Tafeln stabilisieren die Gesellschaft, weil sie ganz offensichtlich eine Leerstelle füllen. Sie erzeugen damit aber auch Armut und ‘zementieren’ den Staus quo...Statt an einer Abschaffung der Armut mitzuwirken, beteiligen sich die Tafeln- sicher unintendiert- an einer Segmentierung der Gesellschaft in ‘Oben’ und ‘Unten’. Bedürftige Menschen werden durch ein gut funktionierendes Tafelsystem zwar nicht vom Staat, dafür aber umso effektiver von freiwilligen Hilfsorganisationen ‘ruhig gestellt’.
 
Samstag:
13 Uhr Zurück in den Almosenstaat? (Dieter Hartmann, Sozialforum Berlin)
Das Berliner Sozialforum hat sich kritisch mit der Vertafelung der Gesellschaft auseinandergesetzt. Das Sozialforum: Die ‘großzügigen’ Spender aus der Wirtschaft, die ja von der wachsenden sozialen Ungleichheit profitieren, können sich vor laufenden Kameras als Wohltäter darstellen, obwohl ihre Spenden lächerlich sind im Vergleich zu ihren Profiten – und die Besucher der Tafeln müssen sich als Almosen-Empfänger auf der Straße in die Schlange stellen. Und Politiker – wie etwa Sarrazin, der meint, dass man von Hartz IV ja toll leben kann - erhöhen die Regelsätze nicht, weil die Tafeln ja schon helfen werden...Den Ärmsten helfen und die Umwelt schützen- und dies kostenneutral für den klammen Vater Staat. Eine klassische Win-Win-Situation. Die Frage ist nur: Für wen?
 
15 Uhr Anders leben. Aber wie? (Anne Seeck)
Dieser Teil des Seminars ist die Fortsetzung der "Tipps für Erwerbslose" in dem Seminar "Was tun, wenn ich nicht gebraucht werde" vom 17./18. Dezember 2010. (www.teilhabe-berlin.de/aktuelles.html)
Was können wir tun, um nicht um Almosen betteln zu müssen. Und was nützen uns Forderungen an den Staat, die die Herrschenden ignorieren. Wir müssen in unserem Alltag beginnen, "anders zu leben". Wir werden gemeinsam erarbeiten, wie wir in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Essen, Arbeiten, Wirtschaften etc. mit dem anderen Leben beginnen können. Tolle Ideen und konkrete Vorschläge für die Umsetzung sind herzlich willkommen
17-18 Uhr Abschlussdiskussion
 
WAS TUN? TEIL 2 – Ausblick der Seminarreihe
Umbrüche in der Arbeitswelt und die Zukunft des Sozialstaates
 
25./26.März: Was tun, wenn ich lohnarbeite und mich trotzdem nicht dem Proletariat zugehörig fühle?
· Wo ist bloß das Proletariat abgeblieben? (Vortrag von Karl-Heinz Schubert)
· Die Arbeitswelt im Sozialbereich und der Arbeitsagentur (Input von Anne Seeck)
· Die Arbeitswelt im Gesundheitswesen (Input von Sarah Heselhaus)
· Die Arbeitswelt bei Kreativen (Input von Patricia Schwindkowski)
· Postmoderne und alternative Arbeitswelten (Input von Wolfgang Ratzel)
 
15./16. April: Was tun, wenn aus der Zwang zur Positivität mich in die Erschöpfung treibt?
· Zur Situation der Beschäftigten in der Weiterbildung (Vortrag von Renate
Singvogel, Verdi)
· Die Bildungsträger aus Sicht eines Teilnehmers (Vortrag von Joachim Maiworm)
· Vorstellung des Ehrenreich- Buches "Smile or die"(Anne Seeck)
· "Die Müdigkeitsgesellschaft" – Vorstellung des Buches von Byung-Chul Han (Wolfgang Ratzel)
 
13./14.5.: Was tun, wenn der Sozialstaat abgeschafft werden soll?
· Geschichte und Kritik des Sozialstaates (Vortrag von Christian Frings)
· Der abendländische Sozialstaat: Drei Formen und zwei Alternativen
(Vortrag von Wolfgang Ratzel)
Grundeinkommen in Namibia (Vortrag von Susanne Laudahn)
 
Was tun, wenn meine Menschenrechte verletzt
werden?
Ort: Mehringhof, Gneisenaustr. 2a
(U-Bhf.Mehringdamm), 10961 Berlin
 
Eintritt frei
Freitag, d. 1 0.06.201 1
19 Uhr Bürgerrechte und die Zukunft des Sozialstaates
(Vortrag von Wolf-Dieter Narr)
1 . In der Bundesrepublik Deutschland werden
die Allgemeinen Menschenrechte im Grundrechteabschnitt
des Grundgesetzes reklamiert.
In Art.1 Abs.2 GG heißt es: "Das Deutsche
Volk bekennt sich darum zu den unverletzlichen
und unveräußerlichen Menschenrechten als
Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft,
des Friedens und der Gerechtigkeit in derWelt."
Der nachfolgende Absatz Art.1 Abs.3 GG bezieht
sich zunächst nur auf die "Grundrechte".
"(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden
Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechtung
als unmittelbar geltendes Recht."
2. Grundrechte als prinzipiell staatlich gegebene
Rechte und Menschenrechte als vorstaatlich
geltende gleiten in vielen Fällen ineinander
über. Nach herrschender Meinung werden jedoch
beide primär als individuelle (Abwehr-)
Rechte gegen staatliche Eingriffe verstanden,
sprich: eben nicht als durch einen gemeinsamen
Rahmen und Lenker zusammengehöriges
Tandem: Grundrechte/Menschenrechte
und demokratisches Beteiligungsrecht wird
getrennt.
Die grundlegende These des Vortrags unterstreicht
den notwendigen Zusammenhang
von Menschenrechten und Demokratie. Letztgenannte
zu allererst als durchgehendes bürgerliches
Selbst- und Mitbestimmungsrecht.
Auch die soziale Fundierung der Menschenrechte
wird unzureichend beachtet.
3. So verstanden änderten sich Recht und
Wirklichkeit der Verfassung. Der Ausschluss
der Bürgerinnen und Bürger aus der legislativen,
exekutiven und judikativen Umsetzung
der Verfassungsziele à la Grundrechte müsste
durchgehend aufgehoben werden. Jede und
jeder wirkten in allen Bereichen an der Verwirklichung
der Menschenrechte mit.
Beispiele werden dies illustrieren. Gorleben
und Stuttgart 21 verlangten einen prinzipiell
anderen Umgang mit strittigen Ansprüchen.
4. Selbstredend bliebe, wenn Konfliktlösungen
durch mitbestimmendes Verfahren nicht möglich
sein sollten, der Weg durch prinzipiell
öffentliche Mediationen, am Ende, verfahrenslang,
durch das Bundesverfassungsgericht.
 
Samstag, d. 1 1 .06.201 1
13 Uhr Hartz-IV-Sanktionen:
Erwerbslose bestrafen,
Beschäftigte einschüchtern
(Vortrag von Robert Ulmer)
"Hartz IV wirkt", freuen sich viele. Wie wirkt
Hartz IV? Eingeschüchtert durch die Drohkulisse
harter Armut und demütigender "Angebote"
der Behörden und ihrer Helfershelfer (Beschäftigungsträger
etc.) sind immer mehr Leute
bereit, immer miesere Jobs zu immer schlechteren
Bedingungen zu akzeptieren. Das ist
der "Beschäftigungsaufbau", das sind die
"Chancen", von denen die Politiker/innen
stolz reden. Zentrales Element von Hartz IV
sind die Sanktionen bei Pflichtverletzungen.
Wer sich beispielsweise zu wenig bewirbt,
oder sich weigert, an einer Zwangsmaßnahme
teilzunehmen, riskiert, dass das lebenswichtige
Transfereinkommen Arbeitslosengeld I I gekürzt,
im Wiederholungsfall auf Null gekürzt
wird. Mit dieser bodenlosen Drohung wird erwünschtes
Verhalten "motiviert", im Klartext:
erpresst. Eine "schwarze Pädagogik" (Katharina
Rutschky), die auf der Androhung harter
Strafen basiert. Die Zurichtung eines gehorsamen,
resignierten und missgünstigen Arbeitsvolkes.
Zivilisation, die freie Kooperation
unterschiedlichster Lebensentwürfe, sähe anders
aus.
 
15 Uhr Rechtspopulismus in Zeiten
sozialer Unsicherheit
(Vortrag von Anne Seeck)
In den letzten 20 Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse
massiv verschoben. Alle Elemente
des Status der Lohnarbeit stehen zur Disposition.
Mit der sozialen Unsicherheit, den Zukunftsängsten
und der Krise der Politik wird
ein Nährboden für den Rechtspopulismus
geschaffen, der die soziale Frage zur nationalen
Frage uminterpretiert. Die vermeintlich
"hart arbeitende" Bevölkerung grenzt sich
von den armen MigrantInnen und "SozialschmarotzerInnen"
ab, die Sozialleistungen
erschleichen würden sowie einen mangelnden
Leistungs- und Integrationswillen hätten. Die
"Gemeinschaft" verlangt Strafe und damit
auch eine Einschränkung der Bürgerrechte.
17-18 Uhr Abschlussdiskussion
 
01./02.07.2011
Was tun, wenn ich unerwünschte Immigrantin
oder Immigrant bin?
Freitag 19 Uhr
Was tun, wenn ich unerwünschte Immigrantin
oder Immigrant bin? (Vortrag von N.N.)
Samstag 13 Uhr
Wer darf rein und wer muss raus?
Welche Gesichtspunkte steuern die Selektion
der ImmigrantInnen in erwünschte und
unerwünschte EinwanderInnen?
(Vortrag von Wol fgang Ratzel )
 
 

Seminarreihe "Was tun?" 1.Teil

Was tun, wenn ich nicht gebraucht werde?

Wolfgang Ratzel: Über die Selektion des unbrauchbaren Lebens und Streitgespräch

Anne Seeck: Tipps für Erwerbslose in Berlin


Was tun, wenn ich nicht funktioniere?

Der Wahnsinn der Normalität

Recht auf Faulheit

Was tun, wenn ich mich selbst ausbeute?

Die Subjektivität in der Krise

Selbstausbeutung im Kapitalismus

Die Ressource Kreativität

Was tun, wenn ich die Ostalgie nicht ertrage?

Die deutsche Vereinigung und die Folgen

Die Jugendopposition in der DDR

Die libertär-sozialistische Kritik am Realsozialismus und nichtautoritäre Alternativen

Wochenendseminare "Armut: global-lokal-Widerstand"

Vortrag beim 2. Seminar "Überlebensformen lokal"

Trend Juni 2010

Bericht vom 1. Seminar "Überlebenskampf global"

Trend Mai 2010

Die Seminare werden von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt unterstützt.